Lesebühne
| Während der museologischen Arbeit entstand die Idee, die Korrespondenz, die Tagebücher, die Dokumente der Lebensläufe der als klassisch bzw. bedeutend geltenden ungarischen Schriftsteller in dramatischer Form zu bearbeiten und vorzustellen. |
Die in unseren Sammlungen aufbewahrten unschätzbaren kulturellen Werte erreichen auf diese Weise die breitere Öffentlichkeit nicht nur in Form von Studien, Texten und Ausstellungen, sondern sie werden in neuer Qualität als belletristische Werke mit Hilfe der Mittel der Theateraufführungen den Besuchern vorgestellt. Im Rahmen der 1990 gestarteten Reihe “Dichter und Musen” erscheinen reale Lebensdramen auf der Bühne. Die Aufführungen erfüllen auch eine Art von Kulturmission: durch sie kann man das komplizierte Verhältnis der Realität der Lebensläufe und der Fiktionalität des Werkes kennen lernen. Während ein Theaterstück die winzigen, alltäglichen, kaum bekannten, intimen Details unserer einstigen Schriftsteller und Dichter darstellen (aus den oben erwähnten Dokumenten damalige Wendungen und Worte zitierend), erhalten zum Verfassen der Theaterstücke zeitgenössische Autoren, Dramaturgen und Schauspieler den Auftrag. Durch diese eigentümliche Form wird ermöglicht, dass das zeitgenössische Drama schneller auf der Bühne aufgeführt wird. Ein Teil der Aufführungen wurde vom Ungarischen Rundfunk und dem Ungarischen Fernsehen, in einigen Fällen sogar von den klassischen Theatern übernommen. Die Lesebühne erreicht also mit Hilfe der Bearbeitungen von Hörspielen und Fernsehspielen eine noch breitere Öffentlichkeit, einige Theaterstücke erschienen sogar im Buchformat.