HANDSCHRIFTENARCHIV

Das Handschriftenarchiv stellt eine der größten literarischen Sammlungen Ungarns dieser Art dar. Im Vergleich zu den nationalen, akademischen und kirchlichen Handschriftensammlungen wurde das Archiv ziemlich spät gegründet, deshalb legen wir heutzutage – die Schwerpunkte bei der Sammlung der erwähnten Partnerinstitute beachtend – unseren Schwerpunkt auf die Literatur des 19–20. Jahrhunderts sowie die zeitgenössische ungarische Literatur.

Die Grundlagen der ungarischen Sammlung aus dem 19. Jahrhundert wurden vom Petőfi-Haus übernommen. Das Handschriftenarchiv bewahrt 3700 Briefseiten von Sándor Petőfi und 5000 Briefseiten von Mór Jókai, sowie die Handschriften ihrer Werke auf. In unserem Museum befindet sich der Rest des den Verwüstungen des Weltkrieges zum Opfer gefallenen Darnay-Nachlasses, der die bedeutendste Privathandschriftensammlung des 19. Jahrhunderts war. Somit können wir nicht nur die Autographen unserer zwei nationalen Größen – Sándor Petőfi und Mór Jókai –, sondern auch die Handschriften von Mihály Csokonai Vitéz, Dániel Berzsenyi, und sogar dem Dichter unserer Nationalhymne, Ferenc Kölcsey präsentieren.

In unserer Sammlung kann auch der Nachlass der drei Schriftstellergenerationen, die zu der auch mit europäischem Maßstab ein hohes Niveau vertretenden Zeitschrift “Nyugat” (1908–1941) gehörten, studiert werden, unter ihnen Zsigmond Móricz, Milán Füst, Lajos Nagy, Józsi Jenő Tersánszky, Zsigmond Remenyik, Antal Szerb, Miklós Szentkuthy usw. Wir betrachten es als unsere wichtige Aufgabe, dass die Korrespondenz, die Werke der in der jüngsten Vergangenheit verstorbenen Schriftsteller sowie die Dokumente der aufgelösten Redaktionen rechtzeitig in die öffentlichen Sammlungen aufgenommen werden, so die Werke von Tibor Déry, Lajos Kassák, Ágnes Nemes Nagy, Gábor Devecseri. Wir halten in Erinnerung und übernehmen auch die Handschriften und Nachlässe der ungarischen Schriftsteller, die nach dem I. Weltkrieg in den abgetrennten Teilen des Landes geschaffen haben, so z. B. die Werke von József Méliusz, Károly Kós, Gábor Gaál, Áron Tamási, Gizella Hervay. Als Ergebnis der in unserem Museum durchgeführten Emigrationsforschung bieten viele der ins Ausland emigrierten Autoren bzw. ihre Nachkommen ihre Korrespondenz und Dokumente dem Museum an, so László Cs. Szabó, Pál Ignotus, Sándor Lénárd, Sándor Márai, Ferenc Molnár, Zsigmond Remenyik, Tibor Méray (Irodalmi Újság), József Molnár (Új Látóhatár), Éva Saáry (Svájci Magyar Írók és Képzõmûvészek Köre [Kreis der ungarischen Schriftsteller und Bildkünstler in der Schweiz]).

Die Namen und einzelne Werke der aufgezählten Autoren (Antal Szerb: Der Wanderer und der Mond, Milán Füst: Die Geschichte meiner Frau, L’histoire de ma femme, The Story of my Wife, Sándor Márai: Die Glut [A gyertyák csonkig égnek in zwanzig Sprachen übersetzt], Sándor Lénárd: Winnie ille Pu usw.) sind vermutlich auch im Ausland bekannt. Das Nachlassinventar über unsere Sammlung kann – mit unserem Katalog – auf der Homepage des Museums (www.pim.hu) studiert werden. Folgenden Stichworten kann im Katalog nachgeforscht werden: Briefschreiber, Adressat, Autor, Nachlass, Signatur, Elemente des Titels, Annotation, Sprache, Datum. Wir erhalten nur selten Handschriften in Verbindung mit der Weltliteratur, wenn doch, dann im Nachlass als Teil der Korrespondenz.

Partner